Kleine Anfrage „Die Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses“ - Jutta Krellmann MdB

Kleine Anfrage „Die Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses“

02.10.2017

Gute Arbeit für alle? 

Auswertung der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Die Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses in den einzelnen Bundesländern“ von Jutta Krellmann u.a. und der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

(Drs. 18/13484)

Auswertung KA Normalarbeitsverhältnis

Kleine Anfrage 18-13484 – Antwort

Zusammenfassung: 

Jede/r Fünfte arbeitete 2016 in einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis: Vollzeit ist in den vergangenen 20 Jahren rückläufig (-4,5 Prozent), parallel wächst die atypische Beschäftigung auf 20,7 Prozent und stabilisiert sich seit 2013 auf hohem Niveau an den Rändern des Arbeitsmarktes.
Die Zahl der Kernerwerbstätigen ist von 1996 bis 2016 auf 37,1 Millionen gestiegen (+11,7 Prozent) und auch die Zahl der abhängig Beschäftigten hat sich auf 33,3 Millionen erhöht (+11,9 Prozent). Das Arbeitsvolumen ist ebenfalls auf 59,3 Milliarden Stunden gestiegen (+3,3 Prozent). Gleichzeitig ist das Normalarbeitsverhältnis rückläufig und liegt anteilig nur noch bei 69,2 Prozent (-5,3 Prozentpunkten).

Gleichzeitig wächst die Zahl der atypisch Beschäftigten auf 7,6 Millionen (+53,5 Prozent): Leiharbeit hat sich mehr als verdreifacht (+327 Prozent), geringfügige Beschäftigung sich nahezu verdoppelt (+ 97,5 Prozent), Befristungen nehmen zu (+40 Prozent) und Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 20 Wochenstunden ist deutlich angestiegen (+54,8 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten ist auf 23,1 Millionen gesunken (-4,5 Prozent): der Westen verzeichnet eine leichte Steigung (+1,3 Prozent), der Osten ein Rückgang um -31,6 Prozent.

O-Ton Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag:

„Für die Beschäftigten geht es seit 20 Jahren Berg ab. Die Arbeitswelt von heute besteht zu weiten Teilen aus Leiharbeit, Mini-Jobs und Befristungen- kurz: aus Unsicherheit! Die gute wirtschaftliche Lage trägt nicht dazu bei, dass die prekären Ränder kleiner werden. Es hat sich eine Zone der Unsicherheit zementiert. Das ist nicht akzeptabel und trägt zur Entsolidarisierung der Gesellschaft bei. 

Die Polarisierung auf dem Arbeitsmarkt ist keine zwangsläufige Entwicklung, sondern das Ergebnis neoliberaler Politik. Gute Arbeit und faire Löhne erreicht man nicht, indem man Deregulierung und Flexibilisierung praktiziert und prekäre Beschäftigungsformen toleriert. Wir müssen mit dieser Entwicklung brechen und gute Arbeit reorganisieren. Wir brauchen sichere Arbeitsverhältnisse für alle: mit einer kürzeren Vollzeit bei vollem Lohnausgleich- kurz: eine neues Normalarbeitsverhältnis.“

Auswertung KA Normalarbeitsverhältnis

Kleine Anfrage 18-13484 – Antwort

In der Presse:
Süddeutsche
Junge Welt

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