Solidarität mit den Streikenden an den Standorten des Klinikums Region Hannover - Jutta Krellmann MdB

Solidarität mit den Streikenden an den Standorten des Klinikums Region Hannover

19.09.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Standorten des Klinikum Region Hannover,

in den deutschen Krankenhäusern und Kliniken fehlen bundesweit 162.000 Kolleginnen und Kollegen, in Niedersachsen und Bremen allein schon 15.500. Eine qualifizierte Pflegekraft ist in deutschen Krankenhäusern für durchschnittlich 13 Patientinnen und Patienten zuständig. Fast nirgendwo sonst in der EU ist so wenig Personal in den Krankenhäusern vorhanden. Ein solch riesiges Loch lässt sich nicht einfach mit Azubis stopfen!

Mit Eurem Streik macht ihr nicht nur auf Eure eigene Überlastung aufmerksam, sondern auf die Mängel in der Pflege, von der wir alle abhängen. Es in unser aller Interesse, dass die zum Himmel schreienden Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern endlich diskutiert werden!

Mehr von Euch ist besser für alle!

Vor dem Hintergrund ist es ein fatales Zeichen, dass die KRH-Geschäftsführung sich weigert, mit Euch überhaupt in Tarifverhandlungen zu gehen. Euer Streik ist deshalb das einzige Mittel, womit die Geschäftsführung endlich an den Verhandlungstisch zwingen könnt!

Jedenfalls seid ihr mit Euren Forderungen nicht allein. Überall von der Berliner Charité bis zur Uniklinik Augsburg treten Kolleginnen und Kollegen mit denselben Anliegen in den Arbeitskampf. In der Berliner Charité haben die Kolleginnen und Kollegen mit anhaltenden Streiks schon eine tarifliche Mindestpersonalausstattung erkämpft. Es ist also zu schaffen!

Um die Probleme zu beheben, muss aber auch eine politische Lösung her. Der Investitionsstau in den Krankenhäusern, der mittlerweile 50 Mrd. Euro beträgt, können die Länder nicht alleine beheben. DIE LINKE fordert deshalb, dass der Bund die Länder mit 2,5 Milliarden jährlich unterstützt, damit die nötigen Investitionen auch zustande kommen.

Mit solidarischen und kollegialen Grüßen,

Jutta

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