Wegezeiten - Jutta Krellmann MdB

Wegezeiten

31.01.2018

Arbeitswege verlängern den Arbeitstag

Laut der Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) brauchten Erwerbstätige im Jahr 2015 durchschnittlich 44 Minuten für den Weg zur Arbeit und zurück. Männer hatten 2015 einen durchschnittlichen Arbeitsweg von 46 Minuten hin und zurück, Frauen dementgegen brauchten nur 42 Minuten. Die Dauer der durchschnittlichen direkten einfachen Arbeitswege ist laut dem Deutschen Mobilitätspanel (MOP) zwischen 2007 und 2016 sogar von 25,4 Minuten auf 26,8 Minuten angestiegen (+5,5%).

Laut dem Mikrozensus hat sich die durchschnittliche Entfernung zwischen Arbeitsstelle und Wohnort leicht vergrößert. 2016 lebten 27,9% der Erwerbstätigen (29,0% in 2012) weniger als 5 km von der Arbeitsstelle entfernt; 19,9% der Erwerbstätigen lebten zwischen 5 und 10 km von der Arbeit entfernt (19,7% in 2012); 27,5% der Erwerbstätigen lebten zwischen 10 und 25 km von der Arbeit entfernt (26,6% in 2012); 13,1% der Erwerbstätigen lebten zwischen 25 und 50 km von der Arbeit entfernt (12,5% in 2012); 4,7% der Erwerbstätigen lebten mehr als 50 km von der Arbeit entfernt (4,3% in 2012). 3,9% der Beschäftigten arbeiteten auf dem gleichen Grundstück (4,5% in 2012).

Einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Entfernung gab es in der Gruppe 65+. Der Anteil, der weiter als 50 km von der Arbeitsstelle lebt, ist zwischen 2012 und 2016 um 46,7 Prozentpunkte gestiegen (von 1,5% auf 2,2%). Der Anteil, der zwischen 25 und 50 km von der Arbeitsstelle lebt, ist zwischen 2012 und 2016 um 34,2 Prozentpunkte gestiegen (von 3,5% auf 4,7%). Der Anteil der Erwerbstätigen über 64 Jahre, der auf dem gleichen Grundstück lebt, wo sie arbeiten, ist in dem Zeitraum um 18,6 Prozentpunkte gesunken (von 23,7% auf 19,3%).

Jüngere Erwerbstätige leben durchschnittlich weiter von ihrer Arbeitsstelle entfernt als ältere Erwerbstätige: In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre leben 4,9% der Erwerbstätigen mehr als 50 km von ihrer Arbeit und 14,5% zwischen 25 und 50 km von ihrer Arbeit entfernt. Dementgegen leben nur 11,7%  der Erwerbstätige der Altersgruppe 55 bis 64 zwischen 25 und 50 km (19,3 Prozentpunkte weniger als Beschäftigte zwischen 25 und 34 Jahre) und 4,3% mehr als 50 km von ihrer Arbeit (8,5 Prozentpunkte weniger) entfernt. In der Altersgruppe 65+ leben nur 4,7% der Erwerbstätige zwischen 25 und 50 km (67,6 Prozentpunkte weniger) und 2,2% mehr als 50 km von ihrer Arbeit (55,1 Prozentpunkte weniger) entfernt.

 

O-Ton Jutta Krellmann, MdB, Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung für DIE LINKE im Bundestag:

„In der Debatte um die Flexibilisierung der Arbeit wird oft vergessen, dass Wegezeiten die Ruhezeit weiter einschränken. Bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden, einer unbezahlten Pause von einer Stunde und Wegezeiten von 45 Minuten bleibt neben 8 Stunden Schlaf noch 6 Stunden und 15 Minuten für Familie, Hausarbeit und Freizeit. Sobald die Arbeitszeit dann auch noch unregelmäßig verteilt oder weiter erhöht wird, sind Beschäftigte ganz schnell nur noch im Hamsterrad unterwegs. Deswegen bringen ich und meine Fraktion diese Woche einen Antrag zur Senkung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit von 48 auf 40 Wochenstunden in den Bundestag ein.“

Drs.19/421

Hier unsere Auswertung

Hier die Antwort der Bundesregierung

Presse Hannoversche Allgemeine